Samstag, 9. Februar 2013

Indienreise, Teil 14 - "don't do it!"

Wo waren wir stehen geblieben? Achja,... stehengeblieben bin ich auf einer belebten Straße in New-Delhi und im Begriff, vom Teufel verführt zu werden...

Ein Inder nämlich quatscht mich an, als ich gerade ein Geschäft verlasse, in dem ich Tee als Geschenk für Freunde aus der Heimat gekauft habe. Er betreibe einen kleinen Souvenirladen, ob ich nicht etwas bei ihm kaufen wolle. No, thanks, sage ich und möchte schon weiter gehen, da vernehme ich aus seiner Richtung ein halb geflüstertes: "Haschisch?" "Good Kashmir Cream?" Ich bleibe kurz stehen und überlege. Eigentlich geht es mir gerade gut ohne Einfluss psychoaktiver Substanzen, sogar richtig gut - doch andererseits - lässt sich nicht jede gute Laune mittels eines kleinen Wundermittels noch bis ins unermessliche steigern? "You have some heroin?", frage ich. "Come to my shop."
Der Shop ist sehr klein und gleicht mehr einem engen Gang, einer Höhle, die sich wenige Quadratmeter in die einsgewordene Masse aus New-Delhi-Häusern gräbt. An der Wand hängen Jacken und Westen in schönen Naturfarben und allerlei Figuren, Schalen und Vasen stehen in kleinen Regalen, die dem Raum seinen ohnehin kaum vorhandenen Platz wegnehmen. Wie Dickicht, das einen schmalen Dschungel-Pfad zuwächst. Ich fühle mich beengt.
In was zwänge ich mich da nur wieder hinein, denke ich mir, was wird in diesen 4 Wänden geschehen - endet hier vielleicht meine Reise weil ich nun endgültig all mein Glücksguthaben aufgebraucht habe und in einer sehr nahen Zukunft ein Trupp Delhi-Polizisten hereingestürmt kommt um mich zu verhaften?
Der Shopbesitzer, der ungefähr in meinem Alter sein dürfte, versucht mir alles Mögliche aufzuschwatzen; nicht nur soll ich Figuren, Kleidung und good Kashmir-Cream kaufen, sondern auch noch einen Aufenthalt im Guesthouse seiner Familie, an einem ruhig gelegenen See in Kashmir buchen. Kashmir, da kommt doch diese teure Wolle her? Und anscheinend auch gutes Gebirgshaschisch. 
Inzwischen habe ich etwas Indien-Landkartenforschung betrieben, damit mir so ein Reinfall wie mein Manaliaufenthalt nicht ein weiteres Mal passiert. Ich weiß also, dass Kashmir noch weiter nördlich liegt als Manali, hoch droben in den Bergen des Himalaya, und denke an Schnee und Kälte. Es schüttelt mich. Ich bin unter Anderem nach Indien geflogen, um dem Winter in Europa zu entfliehen. Warum sollte ich mich also hier, 12 Stunden Flug von der kalten Heimat entfernt, so viel in schneebedeckten Bergen herumtreiben? Sicher ist es schön, im Himalaya zu wandern, doch das möchte ich vielleicht in einer separaten Reise, irgendwann anders machen und geeigneter ausgerüstet. Jetzt steht mir der Sinn nach Sommer, Sonne und... achja: Nach gutem Heroin.
Es ist gar nicht so leicht, dem Shoptypen klar zu machen, dass ich sein Guesthouse nicht buchen möchte. Was ich denn in Varanasi wolle, dort sei es doch um diese Zeit viel zu heiss, ich solle doch lieber in sein ruhiges Guesthouse am kühlen Bergsee kommen. Klar, für die Inder ist es eine willkommene Abwechslung, die Kühle der Berge aufzusuchen. Er kann oder will es einfach nicht verstehen, dass ich jetzt gen Osten
ziehen, auf meinem Weg Varanasi und Bodhgaya mitnehmen und mir die Sonne... aus dem Arsch scheinen lassen möchte.
Heroin habe er keines da, aber ein Fläschchen Opium-Tinktur. Nein, ich lasse mir keine braune Substanz mehr andrehen, die den Namen "Opium" trägt, egal welche Konsistenz sie auch haben mag. Ich möchte Heroin und will es auch testen, bevor ich es kaufe. Das sind meine Forderungen, die ihn dann schließlich - nachdem er mir doch fast bis an die Grenzen des Erträglichen seine braune Tinktur anzudrehen versucht - dazu veranlassen, seinen Bruder loszuschicken, um das "White", weißes Heroin mit besonders hohem Reinheitsgrad, zu holen. Ich muss etwas Geld mitgeben, lasse mich darauf ein und hoffe einfach, dass ich diesen Menschen vertrauen kann.
Während ich im Shop warte, macht mich eine Kleinigkeit allerdings eher misstrauisch: Auf dem Tisch sind einige Fotos von dem Guesthouse in Kashmir aufgeklebt. Eine kleine Inschrift auf Englisch, eingeritzt in die Kante des Tisches, an dem ich sitze, erregt plötzlich meine Aufmerksamkeit. Man sitzt an diesem Tisch dem Shopmenschen gegenüber. Auf dem Tisch die ganzen Fotos mit glücklichen Gesichtern von Reisegruppen; er hört nicht auf, davon zu erzählen, wie toll es dort ist, lässt mich dutzende Gästebucheinträge lesen, auf Englisch geschrieben, von Leuten, die begeistert erzählen, wie wunderbar es dort war - wieviel Spass sie hatten, oben in Kashmir in diesem Guesthouse. Das ganze klingt einfach zu übertrieben und da ist eben diese kleine Inschrift, die man von dem Sitzplatz aus, der für Kunden gedacht ist, lesen kann: "Don't do it!" steht da und zusätzlich ist ein kleiner Pfeil eingeritzt, der in Richtung der aufgeklebten Fotos auf dem Tisch zeigt. "Don't do it!", ist das einzige, was mir fortan durch den Kopf geht, während der Kashmirfanatiker mir gegenüber nicht müde wird, sein scheinbar überragendes Guesthouse zu loben.
Was hat dieser Mensch erlebt, der das in die Tischkante geritzt hat? Mir gehen verschiedene Versionen einer enttäuschenden oder gar schaurigen Kashmir-Reise eines jungen Touristen in meinem Alter durch den Kopf. Ich bekomme diese merkwürdige Art von Misstrauen, die ich so bisher nur bei indischen Händlern oder in der Junkie-Szene verspürt habe. Vertrauen oder nicht vertrauen? Das ist hier die Frage. Doch Geld anvertraut habe ich ihm zumindest schonmal. Sehnsüchtig warte ich auf den Bruder mit dem Heroin, der mich erlöst von diesem nervtötenden Kashmir-Geschwätz und den heuchlerischen (?) Guestbook-Einträgen, die ich mir einen nach dem anderen durchlesen soll.
Er ruft seinen Bruder an und sie reden irgendwas. Dann meint er zu mir, dass ich noch ein wenig warten müsse. Gut - ich stelle mir vor, wie der Bruder sich durch den dichten Neu-Delhi-Verkehr schwingt wie ein Tarzan und sehe es ein: Das kann dauern.
Währenddessen versuche ich, das Gespräch auf andere Themen zu lenken. Er erzählt mir, wie er Kunden aus Europa Drogen, eingearbeitet in die Schale von hohlen Figuren, zusendet. Hundertprozentig sicher sei das, und noch nieee wäre etwas schief gegangen. Du kennst den deutschen Zoll nicht, denke ich mir nur, freue mich aber insgeheim, dass ich mir nicht mehr die Kashmir-Lobpreisungen anhören muss, sondern er jetzt freudig prahlt, wie toll er Drogen verstecken kann.
Ich sehe mich derweil im Shop etwas um und entdecke eine echt schöne Weste. Sie gefällt mir sehr, doch leider ist sie auch relativ teuer für indische Verhältnisse. Ich spüre eine gewisse Gier, diese Jacke jetzt haben zu müssen, doch verkneife ich es mir. So viel Geld möchte ich einfach nicht ausgeben. Mir geht es darum, mit meinem doch recht begrenzten Guthaben möglichst lange im Land zu bleiben. Auch die Ausgaben für Haschisch, Heroin und Konsorten wachsen mir allmählich über den Kopf. Ich möchte nicht frühzeitig zurückfliegen, nur weil ich meine Gier nicht unter Kontrolle habe. Ein innerer Konflikt macht mir seit einiger Zeit zu schaffen: Sind die kleinen, hedonistischen Drogen-Eskapaden, die ich mir immer wieder leiste, es wert - lohnt es sich, dafür weniger andere Dinge machen oder kaufen zu können (Tempelbesichtigungen, die Geld kosten, Kleidung, Tücher, etc...)? 
Doch das kleine Teufelchen auf meiner rechten Schulter weiß meine Entscheidungen für die Drogen geschickt ins rechte Licht zu rücken: Ich habe doch schon ein paar Hosen und T-Shirts, und ein edles Patchwork-Wandtuch; der Rucksack ist eh schon voll, da passt ja gar nichts mehr rein und das mit den Tempelbesichtigungen: Habe ich wirklich Lust, in einer breiten Schlange von ferngesteuerten Oma-Touristen und Foto-Japanern mitzulaufen, um mir kurz das Taj Mahal anzusehen? Diesen Prunkbau, gegen den ich sowieso irgendetwas habe; weil er für mich ein Pseudo-Monument der Liebe ist, von einem reichen Herrscher errichtet, der sein Geld und die Arbeitskraft seiner Sklaven in die Fertigstellung dieses Gebäudes investierte, statt vielleicht einfach den hungernden Menschen auf der Straße zu helfen. Es kursieren ein paar Legenden, wie diese hier: "Angeblich wurde nach Vollendung des Bauwerks allen beteiligten Handwerkern eine Hand abgehackt und die Architekten hingerichtet, um andere Herrscher am Nachahmen zu hindern." (Auf Wikipedia gelesen)
Das klingt nicht nach Liebe.

Der Bruder betritt den Laden. Ich atme auf. Gespannt warte ich darauf, dass er das Heroin zückt. Und tatsächlich, er tut es! Ein kleines Plastiktütchen mit einem weißen, pudrigen Pulver mit leichtem Gelbstich. Ich schaue es mir an. Dann öffne ich das Tütchen und rieche daran. Ein säuerlicher Geruch steigt mir in die Nase, wie Essig. Hm, merkwürdig, solches Heroin habe ich noch nie gesehen. Es ähnelt dem weißen Zeug aus Goa, doch ist die Konsistenz anders. Und dieser Geruch... ich überlege kurz: Ich habe mal gelesen, dass in einem Herstellungsschritt von Heroin mit Essigsäureanhydrid gearbeitet wird. Also lasse ich den Geruch als positives Merkmal für meine Diagnose durchgehen. Als Nächstes folgt der persönliche Test: Ich möchte mir etwas von dem Pulver durch die Nase ziehen. Der Shoptypi ist von der Idee irgendwie nicht so angetan, er möchte es erst nicht. Es könnten ja ständig Leute reinkommen, es sei so gefährlich, das hier zu tun. Ja, klar, die letzte halbe Stunde, die ich hier gewartet habe, ist kein einziger Mensch hereingekommen und jetzt auf einmal kommen sie alle oder wie? Ich würde mich beeilen, sage ich, das ginge total schnell, no problem. Nein, es passt ihm nicht. Ich werde skeptisch. Haben sie mir hier irgendein Essig-Pulver angedreht, das mit Heroin nichts zu tun hat und wollen mich nun damit wegschicken? Ich setze mich aber schließlich durch, er genehmigt mir, eine Nase auf seinem Tisch zu ziehen. Ich schütte eine winzige Menge des Pulvers auf ein Blatt Papier, das ich über die Fotos auf den Tisch gelegt habe, drehe ein Zieh-Röhrchen und schiele währenddessen auf die Tischkante: "dont do it!" Auf meiner rechten Schulter pfeift jemand fröhlich vor sich hin und schielt in der Luft herum. Auf der linken schüttelt jemand einfach nur noch den Kopf. Schnell ist die Nase gelegt und gezogen.
Ich spüre sofort beim Ziehen, dass es etwas Psychoaktives ist. Es brennt aber sehr unangenehm. Vielleicht riecht es deshalb so stark nach Essig, weil der Herstellungsprozess nicht ganz abgeschlossen wurde. (Schnell, schnell machen und verkaufen...) Doch hergestellt wurde in ihm zweifelsfrei: Heroin.
Nach wenigen Minuten strahle ich über's ganze Gesicht. Mir ist so warm und alles ist herrlich. Ich bekomme Lust auf große Abenteuer, ich möchte sofort die ganze Welt erkunden!
Euphorisch kaufe ich mir die schöne Weste, ohne weiter über Geld nachzudenken.
Ach, es seien übrigens 2 Gramm und nicht eines, übersetzt der Shopmensch seinen Bruder. Ob ich denn bitte gleich beide kaufen könne? Denn der Bruder hätte sie auch bereits bezahlt. Ich begutachte den Beutel und bin unsicher: könnten 2 Gramm sein, aber eben auch nicht. Eine Waage gibt es nicht (oder vielleicht nur gerade jetzt, wo ich da bin, nicht). Aber angesichts der hervorragenden Qualität des "White" ist es mir grad egal, wieviel nun wirklich in dem Beutel ist. Es ist definitiv genug, um ein paar schönen Tagen noch zusätzlich die Krone aufzusetzen. So wie diesem Tag zum Beispiel! Ich bin von einer winzigen Nase unglaublich gut drauf. 
So etwas hatte ich nie zuvor. Also willige ich ein, ihnen den Preis für 2 Gramm zu zahlen, denn ich will das Zeug jetzt definitiv mitnehmen. Dazu müssen ich und mein lieber Kashmir-Freund noch zusammen zum nächsten ATM (Geldautomaten) fahren. Gut, machen wir das. 
Ich betrete die Straße und freue mich auf einmal tierisch, in Neu-Delhi zu sein. Der Lärm und die vielen Leute, die mich anquatschen, stören mich nicht im Geringsten. Im Gegenteil, ich grinse freundlich zurück und bin auf einmal ein Meister des sympathisch-gekonnten Abwimmelns. Ich tauche völlig ein in die Atmosphäre dieser Stadt und fühle mich, als wäre ich nun ein Teil all diesen Treibens. Ein fest zugehöriger Teil. Kein Fremder mehr.


[Hinweis: In dieser Story konsumiert unser Protagonist mal wieder überaus leichtsinnig eine stark süchtig machende Substanz: Heroin. Auch wenn dieses eine schöne Wirkung hervorruft, können die Folgen fatal sein. Hier wird beschrieben, wie angenehm die Wirkung sein kann und alle Risiken werden außer Acht gelassen. Sie sind aber immer vorhanden und dieser Bericht soll nicht dazu animieren, sich ebenso naiv zu verhalten. Denkt immer an die Zukunft und an die Folgen eures Tuns!]

Sonntag, 3. Februar 2013

"Du Angsthase!"

Gerade eben ereignete sich auf der Straße vor meinem Haus, welche ich vom Fenster aus sehen kann, folgendes:
Ich machte besagtes Fenster auf, um mal eben kurz zu lüften (Argh, in diesem Moment fliegt mir hier mein Blättchen weg mit dem ich ne Kippe drehen wollt'. Ich machs Fenster wieder zu, moment... 

...so wieder da, sorry, ich hoffe ihr seid jetzt auch noch da. Klar seid ihr das, denn: ist das jetzt nicht gewissermaßen so etwas wie eine "geistige Zeitreise" gewesen? Ihr stellt euch das vor, wie ich es tue, doch in Wirklichkeit tat ich es bereits. Wenn ich ans Fenster gehe, um es zu schließen, dann dauert das für mich etwa 5 - 10 Sekunden (mit Aufstehen und allem drum und dran), ihr lest es in nicht mal 3...

...Ähm...

...hallo? Kanns sein, dass wir hier derbstens vom Thema abdriften?! Ja, hast recht, ich drifte vom Thema ab. Damit das nicht wieder vorkommt (zumindest nicht in diesem Post), trinke ich nun erstmal einen kräftigen Schluck Kaffee, von dem du gar nicht mitgekriegt hast, wie ich ihn während einer weiteren kleinen "Zeitreise" geholt habe!

Also...wo, wie, was?! Achja!

Vor meinem Haus, der kleine Junge und der andere kleine Junge! Was? Ja ja, ich gehe ja schon ins Detail: 
Es trug sich soeben zu, dass zwei winzige Kinder (vielleicht 5 oder 6) an meinem Haus auf dem Trottoir vorbeiliefen. (Ich mag es nicht, wenn jemand Fachbegriffe, von denen kaum einer ohne Googlehilfe weiß, wie sie geschrieben werden, in seinen Texten verwendet. Irgendwie ist es mir unsympathisch, denn dieser Ausdrucksweise wohnt eine gewisse Arroganz inne... so jedenfalls mein Gefühl. Warum zum Geier verwende also ich hier das französische Wort "Trottoir" für "Bürgersteig"? Bin ich arrogant? Oh nein :-( ! Hmm... es zeigt halt vielleicht einfach, wie paradox die Welt ist; und die Menschen, mit ihren Meinungen und Vorurteilen... die du doch alle der Katz' geben kannst! Hehe, diese Redensart wollte ich schon immer mal schreiben. Danke, liebes Universum für diese grandiose Gelegenheit.
Wie bitte? Es heisst eigentlich: "Das kannst du den Hasen geben"? Ach... is doch alles für die Katz ;-)

Mensch, was ist denn heut los? Schon wieder abseits... erstmal noch 'n Schluck Kaffee.

Jetzt liegt das Ereignis bereits so lange zurück, dass es gar nicht mehr wirklich "gerade eben" stattgefunden hat. Und ich mache hier so einen Wirbel um diesen Vorfall, der so... na ja, wie soll ich sagen, unspektakulär war, dass ihr vielleicht enttäuscht sein werdet, wenn ihr ihn letztendlich zu lesen bekommt.

Also... die beiden Jungs gingen mit ihrer Mutter (oder war's der Vater, hab gar nicht so genau hingeschaut; die Kinder entlockten mir all meine Aufmerksamkeit...hey! jetzt konzentrier dich aber mal! *Kaffee austrink*...) den Bürgersteig entlang.

Einer der Jungs sagte zu dem anderen laut: "Du Angsthase!" Das machte mich aufmerksam und ich schaute auf die Straße raus. Sie liefen weiter und ich dachte mir: Mensch, du blöder Typ, lass deinen Kumpel(?) in Ruhe; genau solche Vorwürfe, genau solche kurzen Aussprüche dringen in ein Kindergehirn ein, wie ein giftiger Pfeil und können lebenslang Spuren hinterlassen! Das dachte ich so und schaute den beiden nachdenklich hinterher.

Dann freute ich mich gewaltig - auch wenn es gewissermaßen eine Schadenfreude war - als der "Angsthase", der übrigens so ne Hasenmaske mit Hasenohren trug, dem anderen, der ihn Angsthase genannt hatte, in den Hintern trat und irgendetwas sagte, was ich leider nicht verstanden habe. Der andere trug eine Ziegenmaske. Die sah in etwa so aus:


Ne ne, Scherz. 

Jedenfalls habe ich mich gefreut, dass der Hasentyp sich das vom Ziegentyp (haben wir eigentlich schon Fasnacht oder Fasching oder Karneval oder wie das heisst?!) nicht hat gefallen lassen; denn ich denke, er hat seinen Kumpel (oder vielleicht war's der Bruder) wegen diesem "Kindervorwurf" getreten. 
Vielleicht hat mich das an eigene Erlebnisse aus der Kindheit erinnert, während denen ich mich so gefühlt habe, wie sich das Hasenkind gerade eben (äh, sorry, ich meine: vor einer halben Stunde ;-) ) gefühlt haben muss.

Vielleicht habe ich dieser kleinen Szene von der Straße jetzt aber auch einfach mal viel mehr Aufmerksamkeit geschenkt, als ihr eigentlich gebührt?!

*Zigarette dreh*

*Beitrag veröffentlich*

Mittwoch, 30. Januar 2013

Neue Rubrik: Träume der Nacht

Ihr wollt wissen, was der Narr des Nachts so träumt? Lest es nach unter "Träume der Nacht"!

Träume der Nacht

"Wie ihr sicher wisst, ist es nicht nur möglich, in der physischen, also der materiellen Umgebung zu reisen, sondern auch ganz wo anders. Im Grunde genommen..." [weiterlesen]


Montag, 21. Januar 2013

500 Millionen- Empfehlung aus Georgia - was ist dran?

Wer würde auf die Idee kommen, die Erdbevölkerung nie mehr als 500 Millionen Menschen zählen zu lassen? Auf den mysteriösen Georgia Guidestones aus Granit, im US-Bundestaat Georgia kann man die Forderung, auf eben jene Zahl zu achten, nachlesen - in acht modernen Sprachen eingraviert. Zusätzlich aber auch in den altertümlichen Sprachen Babylonisch, Altgriechisch, Sanskrit und in ägyptischen Hieroglyphen. So viele bedeutende Sprachen - da möchte aber jemand etwas sehr wichtiges mitteilen, oder? Auch Wikipedia weiß nicht weiter und gibt diejenige Person, die die Errichtung dieser Steine in Auftrag gegeben hat, als "unbekannte Person unter dem Pseudonym R. C. Christian" an.


Bild: Wikipedia, (AmpCoder)

Unter Anderem stehen auf diesen "Guidestones" 10 "Gebote", die sich - so möchte man meinen (anhand des Jahres der Errichtung dieser Steine, 1978) - an unsere Generation richten. Mit manchen dieser Gebote gehe ich ohne Einwand konform, so steht etwa als Zusatz zu der Empfehlung der maximalen Bevölkerungszahl:  "IN PERPETUAL BALANCE WITH NATURE *" - "und halte sie (diese Menschen) im Gleichgewicht mit der Natur." Oder Nummer 9 gefällt mir besonders gut: 

"PRIZE TRUTH — BEAUTY — LOVE — * Würdige Wahrheit - Schönheit - Liebe 
SEEKING HARMONY WITH THE * im Streben nach Harmonie mit 
INFINITE * dem Unendlichen"

Was aber ist mit:  

"GUIDE REPRODUCTION WISELY — * Lenke die Fortpflanzung weise
IMPROVING FITNESS AND DIVERSITY * um Tauglichkeit und Vielfalt zu verbessern."

Klingt das nicht ein bisschen nach Eugenik? So etwa, wie sie die Nazis betrieben haben? Oder sind damit nur harmlosere Formen gemeint, wie die Ein-Kind-Politik in China? Ist es eine Anweisung für die moderne Gen-Forschung, bezieht es sich auf das zukünftige "Züchten" von Menschen?

Nun aber zur Anfangs erwähnten "Empfehlung", die man als Erste auf den Guidestones zu lesen bekommt:

"MAINTAIN HUMANITY UNDER 500,000,000 * Halte die Menschheit unter 500 Millionen" 

Wer empfiehlt (oder befiehlt) dies wem? Wie ernst ist dieses Erste der "10 neuen Gebote der Menschheit" zu nehmen? Ein kleiner Scherz eines gelangweilten Milliardärs? Doch wer würde sich soviel Mühe mit der Ausformulierung von 10 Geboten geben, von denen einige ja bei den meisten Menschen sofort auf Zuspruch stoßen dürften? Meint es hier jemand ernst? Ja, es wirkt so, das kann man nicht ganz abstreiten.

Es ist ja ein netter Gedanke, wenn man die Bevölkerungszahl auf der Erde so "gering" halten möchte, dass alle Menschen im Gleichgewicht mit der Natur leben können. Doch die momentane Situation ist folgende: Es leben geschätzte 7 Milliarden Menschen auf dem Planeten, Tendenz steigend. Wo sollten 6,5 Milliarden Menschen nun auf die Schnelle hin, damit die utopische Zahl von 500 Millionen eingehalten werden könnte? Etwa auf den Mond? Auf den Mars?

Schaurige Gedanken können einem kommen - wie sie Thema manch düsteren Science-Fiction-Films sein könnten - wenn man sich vor Augen führt, jemand meinte die Gebote ernst; und vor allem: Jemand, eine Organisation, könnte bereits an der Umsetzung dieser "Pläne" arbeiten.

In diesem Falle:

Wie entledigt man sich eines Großteils der Menschheit unauffällig? Und die wichtigste Frage: Wer darf bleiben, wer muss - ich drücke es vorsichtig aus - wer muss "gehn"?

Wenn es einem an finsterer Phantasie nicht mangelt, könnte man anfangen zu denken: Es läuft bereits in unserer Generation ein "Programm" zur "Selektion", wer bleiben darf und wer nicht und - parallel dazu - ein weiteres "Programm", zur "Beseitigung" derer, die eben nicht bleiben dürfen.
Wie könnte so etwas aussehen? Anders gefragt: Wie lässt man 6,5 Milliarden Menschen verschwinden, ohne dass sie davon erfahren, dass sie zum "Verschwinden" ausselektiert wurden, ohne, dass Massenpanik und Chaos und eine weltumfassende Revolution ausbrechen?
Na ganz einfach: Man macht sie zum Beispiel krank. Wenn ein Mensch krank wird, dann verdächtigt er in der Regel nicht einen anderen Menschen, verantwortlich dafür zu sein. Er schiebt es vielleicht auf seinen Lebensstil in der Vergangenheit, aufs Rauchen, auf die Ernährung; oder Schuld sind halt die modernen Umweltgifte oder (Mobilfunk-)Strahlungen. 
In diesem Zusammenhang ist es interessant zu erwähnen, dass Lebensmittel und was zum Beispiel diesen Lebensmitteln zugesetzt werden darf, von nur wenigen großen Organisationen kontrolliert wird, wie der WHO.
Das Trinkwasser wird auch zunehmend privatisiert und die neuen "Eigentümer" der Wasserquellen und Hersteller, bzw. Abfüller des Trinkwassers in Flaschen, können kontrollieren, welche Zusätze dem Wasser beigemengt werden (Fluorid...).

Oder man schafft Kriege, wie etwa Bürgerkriege. Das reduziert die Bevölkerung auch ungemein.

Nunja, kommen wir zu den nächsten, sich jetzt aufdrängenden Fragen: Wer darf eigentlich überleben, wer entscheidet, wer überleben darf und wie könnte ein "Selektionsprogramm" aussehen, das die Menschheit auf 500 Millionen reduziert?

Die Lösung, vielleicht auch relativ einfach: Der Kapitalismus, beziehungsweise das moderne Geldsystem und in Verbindung damit, die so genannte "Arbeitswelt".

Diejenigen, die es schaffen, sich in dieser Ellenbogengesellschaft durchzuboxen, diejenigen, die die Karriereleiter rücksichtslos oder eben gut angepasst emporklettern; diese Menschen könnten diejenigen sein, die sich würdig erweisen, als diejenigen weiter zu leben, die ein Teil der neuen Weltbevölkerung sind, ein Teil der 500 Millionen, der NEW WORLD PEOPLE unter einem NEW WORLD ORDER.
Durch vorhandenes oder nicht vorhandenes Einkommen, bzw. dessen Höhe - also durch Geld - kann zudem bestimmt werden, wer sich in Zukunft noch gutes, gesundes, dafür aber teures Bio-Essen (und sauberes Trinkwasser) leisten kann und wer auf genmanipuliertes, vor (giftigen?) Zusätzen strotzendes, Billig-Discounter-Essen zurückgreifen muss.

Alle nach dieser Selektion Unqualifizierten müssen sterben oder... warte mal, wie wäre es mit einer ausreichend großen Horde primitiver, medikamentös dumm gehaltener Arbeitersklaven?

Ja, böse, böse...

Und... wer könnte ein solches "Programm" leiten, sich quasi darum kümmern, dass die 10 modernen Gebote eingehalten werden? Warum nicht diejenigen, die ohnehin schon ganz oben in den Machtpositionen sitzen, in breiten Sesseln in der Chef-Etage der Konzerne, der Banken, und so weiter... Und natürlich die neuen Reichen, die Erben der ehemals reichsten Familien auf dem Planeten, Adelige, bedeutende und wichtige Wissenschaftler, Vorsitzende und wichtige Funktionäre der benötigten Organisationen und: Vielleicht der eine oder andere berühmte Künstler, der "es zu was gebracht hat".


[Achtung: dieser Beitrag enthält Verschwörungsgedanken vom Allerfeinsten! Manchmal überkommt es mich halt einfach... Es handelt sich hierbei nichtmal um eine Theorie, sondern einfach um Überlegungen, zu denen man kommen kann, wenn man über die Georgia-Guidestones, deren mysteriöse Hintergründe und die darauf eingravierten "10 Gebote der modernen Menscheit" nachdenkt. Ich bitte einen jeden, sich mit dem Thema selbst auseinander zu setzen und eventuell kommen dabei ja ganz andere Schlüsse heraus. Dies ist eine sehr negative Darstellung möglicher Ereignisse auf der Welt und muss nicht zutreffen! Wie auch bei anderen meiner Beiträge muss ich hinzufügen: In Wirklichkeit ist natürlich alles ganz anders ;)]

Sonntag, 20. Januar 2013

Indien, Teil 13 - Zurück im Sonnenschein, ganz frisch und rein

Manali also, lasse ich nach nicht mal einer Woche hinter mir und noch dazu ein Klümpchen Opium, das mir der Haschischvater einige Tage zuvor aufgeschwatzt hat. Oder habe ich es ihm abgeschwatzt? Ach, egal...Jedenfalls hatte es sich so ergeben, dass nicht nur der Vater der kleinen Familie mit seinem Chillum, sondern - meistens kurz nach ihm - auch sein Sohn, der heimlich vor der Schule Opium isst, regelmäßig an meiner Tür anklopfte. Seit jenem Abend, wo er mit Interesse beäugt hatte, wie sein Vater mir das Opium ausgehändigt hat, stand ich im Fokus seiner Aufmerksamkeit. Am Tag vor meiner Abreise vermache ich ihm also den Rest, von dem ich sowieso ablassen möchte, um nicht zu sehr in Abhängigkeit zu geraten.
Ich besorge mir in einer Apotheke ein paar indische Heilkräuter (Brahmi). Die Apothekerin sagt erfreut, und als wisse sie, was ich die letzten Tage getrieben habe: "Aaahh, Brainwash!" Brainwash, wiederhole ich denkend für mich, ja, das klingt gut, genau, was ich jetzt brauche.
Ich steige in einen Bus und erleide Flashbacks von der Herfahrt, wo es so heftig gerumpelt hatte. Dieser Bus aber scheint für die unausgebaute Straße, die sich die Berge hinab- und hinaufschlängelt, besser ausgebaut zu sein. Es ist ein "Sleepingbus", die Art von Bus, die ich jedem Indienreisenden nur wärmstens empfehlen kann! Alle anderen Busse werden dir die Scheisse aus dem Leib rumpeln! Um es mal salopp auszudrücken...

In der beschaulichen Behausung aus Lehm, die mir die letzte Woche Obdach geboten hat, gibt es keine Dusche. Ich stinke also nun wie ein Schwein. Um mich in freier Natur an einem Wasserfall zu waschen war es mir einfach zu kalt. Bezeichne mich als Weichei, aber hey, geh du mal im Winter draußen baden! Zuerst sitze ich allein in einer Zweierreihe und denke mir: Juhu, niemand wird merken, wie ich stinke... doch dann setzt sich - ich überspitze nicht, wenn ich hier schreibe: der dickste Mann unter allen Passagieren genau neben mich. Uff! Na ja, ihn scheint mein Geruch - den ich selber riechen kann(!) - nicht zu stören und vielleicht hat er sich, da neben mir sitzend, ja auch Gedanken gemacht, ob mich seine Fettleibigkeit... beeinträchtigt. War schon ok, bissel eng und so, aber war ok. Ich bin Indisches Reisen mittlerweile gewöhnt!

Die ganze Fahrt über kann ich an nichts anderes denken, als an eine Dusche. Wir erreichen am nächsten Tag unser Ziel. In der Nacht hatten wir ein paar kurze Pausen, um Bidies zu rauchen und Eis zu schlotzen. Jetzt aber stürme ich aus dem Bus und, welch freudige Überraschung: Am Busbahnhof gibt es öffentliche Duschen! Natürlich aber nicht ohne Warteschlange. So warte ich also, dusche mich dann irgendwann genüßlich und trete schließlich aus den Duschräumen hervor wie ein neuer Mensch. Es muss etwa Mittag sein, die Sonne brutzelt, es hupt und dröhnt, Menschen wuseln umher wie in einem riesigen Ameisenhaufen, Straßenküchen braten hier etwas, dort etwas, es riecht nach Chai, ich soll dieses Taxi nehmen und gleichzeitig jenes, ein Hund, der nur noch aus Knochen besteht, hechelt über den Platz, eine Kuh läuft seelenruhig über eine stark frequentierte Verkehrsstraße, als wäre sie irgendwo im Hinterland, die Rikshaws hupen sie an - ja, ich bin in New Delhi.

Ich laufe die Straße gegenüber des Bahnhofs entlang. Mir wird ein Hotelzimmer nach dem anderen angeboten. Irgendwie fühle ich mich so gut - so gelassen - ist es das Brahmi? Die Sonne? Oder ist es, weil ich einfach mal nüchtern bin und mich allein die Tatsache glücklich macht, dass ich in einem so interessanten Land umherwandle und mich eigentlich um nichts zu sorgen brauche? Plötzlich kommt mir ein Mädchen entgegen. Hey, die kenn ich doch, na so ein Zufall, in diesem fremden Land, in der Elf-Millionenstadt Delhi ein bekanntes Gesicht? Wir watscheln aufeinander zu, noch wortlos, doch beide sichtlich am überlegen, woher wir uns denn kennen. Dann machts schnell Klick - ah, dich hab ich doch kürzlich in Rishikesh getroffen, was für ein Zufall! Doch dann machts nochmal Klick: hey, warte mal, du bist doch die Schwester vom ****! Klar, ich kenn dich aus meiner Heimatstadt (wird hier aus Datenschutzgründen nicht erwähnt)! Da trifft man sich in diesem riesigen Land >zufällig(?)< an zwei unterschiedlichen Orten wieder. Oder ist es Schicksal? Oder laufen all die Traveler in Indien halt einfach die eingetretenen Lonely-Planet-Pfade ab, wie von ihren Vortravelern, die diesen Reiseführer schufen, programmiert? Ja, da stehn wir also, in Neu-Delhi und sie hat auch gleich einen super Insider-Hotel-Tipp für mich. Die Straße entlang und dann rechts soll ein kleiner, unbeschilderter Eingang sein. Überall sonst kosten die Zimmer 300, dort angeblich nur 100 - 150 Rupees. Na dann auf! Das Hotel sei nicht weit weg, sie müsse nun aber schnell zum Bahnhof, ein Ticket für die Weiterreise am Abend kaufen. Gut, ganz ungezwungen verabschieden wir uns, so schnell, wie wir uns begrüßt haben. Hm schade, denke ich mir in diesem Moment; mal wieder was mit jemandem machen, der meine Sprache spricht, das wäre gar nicht so verkehrt gewesen...ja, ich sehne mich sogar danach. Doch das Schicksal sollte es gut mit mir meinen, an diesem Tag und so laufe ich, mit leiser Hoffnung auf das, was tatsächlich eintreten wird, weiter die Straße entlang. Ich suche den unbeschilderten Hoteleingang, doch vergeblich. Also laufe ich die Straße irgendwann wieder zurück und halte ausschau nach der Bekannten aus der Heimat, ob sie nicht zufällig gerade vom Bahnhof zurück gelaufen kommt...
Doch ich erblicke sie nicht. Stattdessen werde ich Opfer einer der teuflischen Verführungen, wie sie während meiner Reise auf der Tagesordnung zu stehen scheinen.

[ P.S. Den zusammenhängenden Bericht findet ihr rechts unter der Rubrik "Länder, Menschen, Tagträumer (Reiseberichte)". Oder [klick hier]. Je nach Grad meiner Schreibfaulheit wird der Bericht früher oder später ergänzt, bis er dann eines Tages auf der hier verlinkten Seite vollständig zu lesen sein wird :) ]

Freitag, 14. Dezember 2012

Ich höre was, was du nicht sagst!

Hattest du schonmal das Gefühl, dass andere Menschen über ein großes Geheimnis bescheid wissen und du derjenige bist, der "es" noch nicht kapiert hat? Dass die anderen gewissermaßen darauf warten, dass es auch bei dir endlich klick macht und du das Geheimnis - das große Geheimnis des Universums(?) - auch endlich schnallst? Dass die anderen dir entweder nicht sagen wollen oder nicht sagen dürfen, was sie wissen?

Dies ist ein Phänomen, welches ich hauptsächlich von Psychedelika her kenne, aber auch "nüchtern" tritt es bei mir auf und ich weiß, dass viele Menschen derartiges erleben. Ich habe mir zu dieser rätselhaften Angelegenheit einige Gedanken gemacht. Wenn du ein...äh...sagen wir mal "Betroffener" bist, wie ich oder aber einfach nur auf deinem letzten LSD Trip vergleichbares erlebt hast, dann bist du herzlich eingeladen, diesen Beitrag zu lesen und zu kommentieren. Alle anderen natürlich auch, doch weiß ich, wie schwer nachvollziehbar es ist, wenn man es nicht selbst erlebt hat.

Gut, fangen wir an. 

Was sind eigentlich Gespräche mit anderen Menschen? Reden wir einfach so miteinander oder hat es eine tiefere Bedeutung? Sagen wir mehr, als wir eigentlich sagen?
Ich dachte in veränderten Bewusstseinszuständen oft, dass die anderen Menschen mir die ganze Zeit Botschaften zusprechen, die ich entschlüsseln muss. Und oft kam es mir vor, als wüssten "sie alle" "bescheid" und ich sei der Trottel, ders noch nicht gerafft hat. Was auch immer. Das Geheimnis eben. Das Geheimnis unseres Lebens vielleicht. Ich gebe ein Beispiel, wie das oft abläuft: 
Erst kürzlich saß ich in angenehmer Runde, es kursierte die Frage, ob wir noch zusammen weg gehen sollen oder nicht. Ich war unentschlossen und die anderen auch. So saßen wir also noch eine Weile zusammen und redeten oder blödelten rum. Dann hob einer in der Runde plötzlich ein Heftchen hoch, eine Origami-Faltanleitung und sagte: "Entfalte dich!" Also, hier haben wir ein typisches Beispiel für das, was ich meine: Aus einer Sichtweise sagte er einfach "entfalte dich", weil es sich eben auf Origami bezieht und er so eine Art...Scherz machte.Wie gesagt blödelten wir halt rum und es fielen viele so Sprüche. Also ich denke, bzw. hoffe, man kann sich als Leser dieses Beitrags vorstellen, welche Art "Spass" er da machte mit seinem Ausruf in die Runde. Dazu müsste man ihn und seine Art halt eigentlich kennen. Nun...Er hatte nicht mich im speziellen damit angesprochen. Aus einer anderen Sichtweise richtete sich das "entfalte dich" aber schon genau an mich und sollte mir helfen, bei der Entscheidung, ob ich noch weg gehe oder eben nicht. Aus dieser Sichtweise sprach also das Universum durch den, der das Origamiheft hochgehalten hatte, zu mir und teilte mir mit: Ja, geh weg, entfalte dich heute Abend!

Nach zahlreichen solcher Erfahrungen, solcher, zwei- oder mehrdeutiger Aussagen bin ich zu einer Vermutung gekommen: Das Universum spricht ständig zu uns, hauptsächlich durch andere Personen. Ein Denkfehler, den ich in diesem Zusammenhang meiner Ansicht nach zu Anfang gemacht habe, ist folgender: Ich war erst der Meinung, die Anderen wüssten bescheid. Sie wüssten, dass sie mir eine spezielle Botschaft übermitteln. Doch nach reichlicher Überlegung, bin ich vorläufig zu der Annahme gekommen, dass sie es unbewusst tun. Sie denken, sie sagten einfach etwas (worum es in einer Diskussion z.B. gerade geht), doch zusätzlich überbringen sie Botschaften. Vielleicht an nur eine Person, vielleicht aber auch an alle anwesenden Personen. Vielleicht hört jeder aus dem Gesagten etwas für ihn passendes heraus.
Und noch komplexer wird die Angelegenheit, wenn ich bedenke, dass dann ja auch ich für andere ein Botschafter bin. Also denke ich mittlerweile, dass es eben nicht so ist, dass ich allein der Trottel bin, der "es" noch nicht "checkt", sondern wir alle überbringen unbewusst Botschaften für die anderen. Meist sind es Metaphern, die die anderen auf ihre Situation zurecht geschnitten empfangen, ohne dass wir das überhaupt merken. Obwohl man sich ein bewusstes Denken diesbezüglich sicher antrainieren könnte...

Ich gebe ein weiteres Beispiel: 

Ich hatte auf einem psychedelischen Trip einen genialen Gedanken. Das kennt man ja, diese genialen Gedanken auf Trips. Doch so schnell er gekommen war, so schnell ging er auch wieder unter in einem bunten Meer aus anderen Gedanken. Verzweifelt versuchte ich mich zu erinnen. Doch ich wurde auch abgelenkt von dem Gerede der anderen anwesenden Personen. Dann wieder das besagte Phänomen: Zuerst dachte ich, dass die anderen jetzt extra ganz viel reden, damit ich den genialen Gedanken (der vllt das Geheimnis des Universums entschlüsselt) vergesse. Die anderen würden von einer Geistigen Kraft gelenkt, jetzt extra viel zu reden, weil man den Gedanken, den ich hatte, in der Materiellen Welt nicht wissen darf oder so. Doch es wurde noch aberwitziger: Die anderen im Raum unterhielten sich über eine Wegbeschreibung. Sie sagten Sachen wie: "Ja, da lang über die Brücke oder doch lieber unten rum, vielleicht die Straße rein oder sollen wir dann lieber da lang gehn?" Sie lachten auch und mir, der ich da lag und vergeblich nach meinem verlorenen Gedanken suchte, kam es vor, als würden sie in Metaphern kommentieren, wie ich meinen Gedanken nicht mehr finde, bzw. als wäre die Wegbeschreibung über die sie scherzend sprachen, diejenige zu meinem verlorenen Gedanken.

Nunja, verzwickte Angelegenheit.

Irren sich Psychotiker, wenn sie glauben, alle anderen wüssten etwas über sie? Missinterpretieren sie das Phänomen der konstanten Botschaftsübertragung? Erkennen manche Menchen nicht, dass wir alle solche Botschafter sind? 

Ich denke das findet die ganze Zeit statt und den meisten ist nicht bewusst, was sie wirklich sagen oder hören.

Vielleicht hast du, lieber Leser ja auch manchmal das Gefühl, jemand würde mit dem, was er zu dir sagt "mehr" sagen als er sinngemäß, also mit den Worten sagt. Und vielleicht gehörst du zu denjenigen, die das dann sofort als Unsinn abtun und nicht weiter drüber nachdenken.

Doch ich denke es ist so:
Der kosmische Geist spricht durch die anderen und für sie ist es genau so unbewusst wie es für uns ist, das er durch uns spricht. Die ganze Zeit wird unser leben kommentiert,werden vielleicht Hinweise gegeben?

Sollten wir demnach unsere Aufgabe als Lehrer und Schüler gleichzeitig verstehen?

Der große Geist unterrichtet sich quasi kontinuierlich selbst (im Übrigen oft scherzend).

Indienreise, Teil 12 - Kiffen und Frieren in Manali

Am nächsten Morgen, nach einem hervorragenden Schlaf, verspüre ich nicht den geringsten Drang, weiter nach dem Rainbow-Gathering zu suchen. Mir ist nach Einzelgang zumute, nach abenteuerlichem Erkunden dieses riesigen und schönen Landes. Das Schicksal möchte sehen, ob ich mir mit dieser Entscheidung sicher bin und so laufen einige Hippies mit Didgeridoos und anderen Instrumenten an meinem Bus vorbei, in dem ich bereits sitze und auf die Rückfahrt nach Rishikesh warte. Ganz sicher sind sie Teil des Gatherings. Ich hätte aussteigen und mit ihnen gehen können, kurz überlege ich, es zu tun, doch der Drang, alleine weiter zu ziehen ist stärker. So lasse ich meine letzte Chance, das Rainbow doch noch zu finden, davon laufen, bald ist sie außer Sichtweite. Der Bus fährt mit Stunden Verspätung los und die Fahrt gleicht, im Gegensatz zu der Hinfahrt, mehr einer Tortur.
Ich schlafe schließlich eine letzte nacht in Rishikesh, berausche mich zum Ausgleich für die strapaziöse Busfahrt mit Tramadol und suche im Lonely Planet nach interessanten neuen Reisezielen. Doch eigentlich steht mein nächstes Ziel schon seit einer ganzen Weile fest.

Wie bereits angedeutet, ist es gar nicht so leicht, unvorbereiteter nach Indien aufzubrechen, als ich es getan habe. Manali ist eine kleine Stadt im Himalaya. Sie befindet sich in einer Höhe, in der es durchaus schon sehr kalt ist. Als ich den Ort auf der kleinen Indienkarte im Lonely Planet ausfindig mache, schätze ich die Lage so ein, dass er sich noch weit weg von Schnee und Kälte, am Fusse der Himalaya-Ausläufer befindet. Welch Fehlannahme! Ausgerüstet bin ich mit seidendünner Sommerkleidung, einen leichten Pulli habe ich im Gepäck. Ich stelle mir ein kleines Dorf in einer angenehm warmen Gegend vor, mit Bergen im Hintergrund und jeder Menge Charas! Gut, da liege ich nicht ganz falsch, doch mit den Temperaturen habe ich mich verrechnet! Je weiter der unbequeme Bus hinauf in die Berge rumpelt, desto mehr dämmert mir, dass ich in einer Winterlandschaft ankommen werde! Ich erblicke Schnee. Etwas peinlich ist es mir, dass ich nicht auf die Idee gekommen bin, dass es in Manali kalt sein könnte. Doch zum Glück sieht niemand meine Gedanken. Ich ziehe mir zwei Hosen an und mehrere T-Shirts und den Pulli. Dabei humpelt es so heftig, dass ich einen Meter aus dem Sitz geschleudert werde und hart wieder auf meinem Arsch lande. Die Inder neben mir lachen und freuen sich.


Dann stehe ich in Manali und friere mir den Arsch ab. Jemand kommt und möchte mir Haschisch verkaufen. Ja, Haschisch, gutes, ungestrecktes Charas, ich gebe zu, das ist einer der Hauptgründe, warum es mich hierher verschlagen hat. Doch als erstes brauche ich ein beheiztes Hotelzimmer! Und zwar schnell. Angeblich hat es 10 Grad, doch mir kommt es eher vor, als wären es Minusgrade. Vor zwei Wochen lag noch so hoch Schnee, dass man die Straßen nicht passieren konnte, erzählt ein Einheimischer.
Schnell finde ich ein Hotel und wärme mich erstmal auf. zum Glück kommt am Mittag des Tages die Sonne raus, was ich zum Anlass nehme, endlich auf Haschisch-Suche zu gehn. Ich werde nach einiger Zeit, in der ich Manali besichtige, angesprochen. In einem Souvenirladen erwerbe ich unter der Ladentheke ein Stück Hasch. Doch auch dieses ist gestreckt und nicht das, was ich suche. Eigentlich bin ich ja gar nicht so der Kiffer, doch dieses Indische Charas, von dem so viel erzählt wird, möchte ich einfach mal probiert haben.
Ich verbringe einige Tage fast ausschließlich im Hotel, denn es regnet ununterbrochen und die Kälte macht mir zu schaffen, nachdem ich zuvor wochenlang 30 - 40° C hatte.
Schließlich ziehe ich um, nach "Old-Manali", 2 Kilometer entfernt. Hier stehen eher einfache Lehmhütten; statt Hotels bieten Familien Zimmer in ihren Hütten an. Ich komme bei einer dieser Familien unter und habe nun einen kleinen Raum, lediglich mit Matratze und einem kleinen Holzofen ausgestattet. Trotz oder gerade wegen dieser Einfachheit, fühle ich mich hier wohler, als in dem Hotel in Manali. Der Vater der Familie ist ein sehr engagierter Haschisch-Händler. Ein deutscher Staatsanwalt würde sagen: Er betreibt einen schwunghaften Handel mit Betäubungsmitteln. Zwischen 3 Qualitäten kann ich hier auswählen, ich teste mich durch alle durch und bin Tagelang lethargisch und weniger unternehmungslustig. Ist es das denn Wert? Ich rätsele, wie die anderen Traveler, die durchgehend kiffen, überhaupt noch etwas gebacken bekommen. Bei mir war es schon immer so: Kiffe ich viel, tue ich nichts. Dafür bin ich aber nicht nach Indien geflogen! Ich weiß jetzt, wie reinstes Himalaya-Haschisch schmeckt und wirkt, ja, schöne Sache, doch wenn ich schonmal hier bin, auf dem Dach der Welt, so will ich es doch auch mal nüchtern erkunden. Ich stoppe also den Konsum und will von Haschisch zunächst nichts mehr wissen. Was gar nicht so leicht ist, da der Familienvater, der mir das Zimmer vermietet, jeden Morgen anklopft und angeblich noch bessere Ware als am Vortag anzubieten hat. Er setzt sich dann ins Zimmer, packt sein Chillum aus und ist sichtbar beleidigt, wenn ich ablehne, wenn er es mir hin hält. Doch ich kann nicht mehr! Lass mich bloß in Ruhe! Bitte kein Hasch mehr! Es ist, als spreche das Schicksal höhnisch durch den Familienvater zu mir: "Du bist hergekommen wegen Haschisch, verschmähst die schöne Landschaft und liegst nur rum, also friss gefälligst dein Hasch. Friss es, du Kulturbanause!" (Obwohl Haschischrauchen einen Großteil der Kultur ausmacht, oben im Himalaya - das muss man mir lassen).



Ich wandere später noch ein wenig in der Gegend herum - ja, es ist schön, doch Berge kenne ich aus der Schweiz und irgendwie ist es nicht so ganz das, was ich möchte. Ich sehne mich nach Wärme und Wasser und einfach nach Neuem. Nach etwas ganz Neuem. Der Manali-Ausflug war einer der Tiefpunkte der Reise. Schnell beschließe ich, aufzubrechen und zurück ins Warme zu fahren.


Dienstag, 22. Mai 2012

Indienreise Teil 11: Die Suche nach dem Regenbogen

Ich verbringe eine weitere Nacht auf dem Dach des Bombay Guesthouse. Hier halten sich nette Menschen auf. Zwei Musiker erscheinen des Abends, setzen sich in eine Ecke auf dem Dach, packen ihre Instrumente aus und geben ein Zeugnis ihres Könnens. Ich vermute, dass sie durch ihre Melodie, eine Mixtur aus Gitarren- und Streichinstrumentklängen, alle anwesenden Personen im Bombay Guesthouse um sich versammeln. Auch ich höre begeistert zu. Am Ende gibt es Applaus.

Dann kommt der Tag, an dem ich mich aufmache, das Rainbow-Gathering zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt weiß ich nicht, dass am Abend alles anders sein wird, als gedacht.
Das Gathering soll in der Nähe von Rishikesh stattfinden. Ich frage ein paar Leute, die so aussehen, als könnten sie genauer wissen, wo. Bisher habe ich nur eine Info aus Hampi von einem Mädchen und ich habe im Internet gelesen, dass es definitiv stattfindet. In Rishikesh aber sagt mir zumindest der etwas unsympathische "Zimmerverteiler" des Bombay Guesthouse, dass die Polizei die Hippies verjagt habe, welche ihr Rainbow erst ganz in der Nähe abhalten wollten. Dann treffe ich zufällig jemanden, der direkt vom Gathering kommt. Er schreibt mir etwas auf einen Zettel: Ein Ortsname, wo ich aus einem Bus aussteigen soll, irgendwo in den Bergen und die Info, nach dem Aussteigen noch etwa 10 Kilometer zu laufen, bis zu einer Steinbrücke rechts.

Mit diesem Zettel bewaffnet, fahre ich zur Busstation. Die Information ist spärlich, doch ich bin entschlossen, das Rainbow Gathering aufzusuchen!
Es ist leicht, den richtigen Bus zu finden und irgendwann fährt er auch los. Die Fahrt in die Berge kann ich genießen, denn die Landschaft und der Ausblick werden mit jeder kurve, die sich weiter die Berge hinaufschlängelt, noch spektakulärer! Schön, wenn sie ihr Rainbow hier abhalten, denke ich mir.



Dann kommt nach etwa einer Stunde Fahrt die Haltestelle auf dem Zettel. Der Busfahrer hält nur für mich an, hier steigt sonst niemand aus. Er ruft mich winkend nach vorne, ich drängle mich mit meinem Rucksack stolpernd durch den schmalen Gang des voll besetzten Busses und schaffe es zur Tür hinaus. Der Bus fährt weiter und ich stehe mitten in den Bergen, an einer Straße, an der vielleicht 5 Häuser angrenzen.
Hier gibt es sonst nichts. Außer natürlich die sagenhafte Landschaft. Ich laufe los. Nach einer gewissen Strecke, die mich durch weitere kleinere Häuseransammlungen führt, schätze ich, dass ich bereits über 5 Kilometer zurückgelegt haben muss. Von einer Steinbrücke rechts nichts zu sehen. Ich treffe zwei Jungs und frage sie nach der Brücke. Doch hier in der Einsamkeit der Berge spricht man kein Englisch. Egal, wie einfach ich es formuliere, die Jungs zucken nur mit den Schultern, sie verstehen mich nicht. Also folgt eine Verständigung mit Händen und Füßen, bzw. mit Stock und Lauten. Ich zeichne eine geschlängelte Linie in den sandigen Boden am Straßenrand und sage: "Ganga". Jetzt schütteln, bzw. schwenken sie heftig den Kopf (in Indien bedeutet ein kurzes Kopfschütteln/-schwenken in vielen Regionen soviel wie bei uns das Nicken mit dem Kopf) und sagen "Ah, Ganga!" oder so was. Dann lege ich den Stock über die geschlängelte Linie und sage: "Bridge". Ich habe wenigstens das Gefühl, dass sie auch das verstehen, denn sie zeigen in meine Laufrichtung mit den Armen. Ich frage: "Five kilometers?" Sie schütteln wieder heftig den Kopf. Vielleicht wollen sie mich aber auch einfach nur loswerden. Also laufe ich weiter in die Berge hinein. Ich bemerke, dass es nicht mehr allzu lange dauert, bis es Stockfinster ist. Ich bin zwar relativ sorglos und genieße anfangs die Wanderung, kann mir aber auch vorstellen, dass, wenn man irgendwo in Indien verschollen geht, dann doch vielleicht in so einsamen Bergen wie diesen.



Bald sehe ich rechts einen gepflasterten Weg, der in ein Tal hinunter richtung Ganges führt. Das ist doch aber keine Brücke?! Vielleicht hat dort das Rainbow stattgefunden, ich werde es womöglich niemals herausfinden. Ich entscheide mich nämlich, weiter zu gehen, denn ich vernehme nach langer Beobachtung weder Stimmen, noch irgendwelche anderen Geräusche aus dem Tal.
Langsam wird es dann tatsächlich dunkel und meine Motivation beginnt, zu schwinden. Es wird auch anstrengend mit dem Rucksack eine endlose Straße entlang zu laufen. Dann treffe ich einen Mann, der mir bestätigt, dass weiter die Straße entlang noch eine Brücke komme. Doch sehr weit weg meint er, "twenty kilometers". Ich weiß nicht mehr so recht, ob ich hier auch nur ansatzweise richtig bin. Ich laufe weiter. Und das tue ich so lange, bis allmählich der wunderschöne, klare Sternenhimmel aufkommt, ich aber die Hoffnung bereits aufgegeben habe, an diesem Tag noch das Rainbow-Gathering zu finden. Die Wanderung strengt so an, dass ich nur noch bald schlafen möchte. Nur wo? In den paar Häusern, die ab und zu auftauchen, fühle ich mich nicht eingeladen. Die Menschen können kein Englisch und betrachten mich wie einen Außerirdischen.
Dann beschließe ich, zu trampen, denn es kommen ab und zu Autos vorbei. Doch mit zunehmender Dunkelheit, immer seltener. Also ist es Zeit zu handeln. Eines der ersten Autos nimmt mich mit. Zwei Männer, die nett sind. Ich sage einfach, ich müsse in die nächste Stadt mit Hotel und dorthin nehmen sie mich auch mit.
Angekommen, laufe ich umher. Eine schöne Stadt, ähnlich wie Rishikesh, nur viel ruhiger und fast völlig ohne Touristen! Abseits der "Lonely-Planet-Routen" lernt man das wahre Indien kennen...
Hier treffe ich ein paar Chillum rauchende heilige, die mich einladen wollen, mit ihnen unter einer Brücke zu schlafen. Kurz überlege ich es mir, denn so würde sich die Suche nach einem Hotel erübrigen. Dann lehne ich ab, denn ein wenig Sorgen habe ich dabei schon. 
Bald stelle ich erfreut fest, dass jenseits der Touristenorte auch die Preise fürs Schlafen bei nur ungefähr der Hälfte liegen (logisch), was in Indien also so gut wie Nichts ist. 70 Rupees zahle ich für eine Übernachtung in einem großen Zimmer mit gemütlichem Bett. Ohne Moskitos! Das ist etwa ein Euro. 
Ich denke mir, dass auch dies eine interessante Erfahrung war, wenngleich ich das Rainbow-Gathering nicht gefunden habe. Zufriedenheit durchflutet meinen Körper an diesem Abend und ich falle in einen tiefen, guten Schlaf.

Montag, 21. Mai 2012

Traumliebe

Heute Nacht in meinem letzten Traum habe ich mich ein wenig verliebt. 
Ich bekomme es jetzt, wo ich bereits in den Wachzustand übergegangen bin, nicht mehr richtig zusammen. Es war mein erster bewusster Traum seit einer gefühlten Ewigkeit.
Ich hatte jedenfalls auf einer "Veranstaltung" oder in einem mysteriösen, mit Worten unbeschreibbaren Gebäude oder Areal etwas mit einem Mädchen zu tun. Ich stand im Traum dann plötzlich unter dem Einfluss psychedelischer Pilze, habe dabei wohl mit einer Flasche oder Glasscherben rumgespielt und gar nicht gemerkt, wie ich mir damit meine Hand verletzte. Das Mädchen, welches mir völlig unbekannt war und im Traum immer wieder zu mir stieß (ich kann mich nicht an die ganze "Geschichte" erinnern, manchmal kam ich mir vor wie auf einer art Party oder Fest), machte mich darauf aufmerksam. Ich betrachtete meine Hand und es fehlten zwei oder mehr Finger und sie war sehr dick angeschwollen und blau angelaufen und ich glaube auch blutig. Mich wunderte es kurz, ich kümmerte mich aber wenig darum und es rückte schnell wieder in den Hintergrund.
Jedenfalls, kurz vor dem Aufwachen passierte das für mich angenehmste in diesem Traum. Ich lief mit dem Mädchen eine Straße entlang (ich glaube an parkenden Autos vorbei) und wir unterhielten uns. Dabei fiel mir schnell auf, wie gut ich mich mit ihr unterhalten konnte. Ich bemerkte, dass auch ihr das Sprechen mit mir gefiel. Was wir sagten, harmonierte jeweils mit dem, was der andere sagte. Am Ende sprach ich einen Satz, den ich leider vergessen habe, woraufhin sie meinte: "Wir unterhalten uns ja so, als wären wir zusammen." Das sagte sie entschloßen und es ging für mich aus ihrer Aussage nicht eindeutig hervor, ob ihr dieses Zusammensein gefallen würde oder nicht. In mir selbst löste es ein angenehmes Gefühl aus, ein besonderes, zu mir passendes Wesen getroffen zu haben.

Dann wachte ich auf.

Ich vermisse sie ein wenig. Wie geht man um, mit Traumverliebtheit? Ist es womöglich ein Zeichen, dass ich bald auch in der Materie jemanden treffen werde? Ich kann mich an frühere Träume mit ähnlichen Gefühlen für nicht-materielle Mädchen erinnern. Diese Gefühle waren intensiv und begleiteten mich, wie heute, stets mit in die Wachwelt. Handelt es sich hierbei gar um Wesenheiten, mit denen ich tatsächlich in früheren Leben oder in nicht-materiellen Welten Beziehungen führte (oder führe)?

Schutzzauber


Es ist eine schöne Sache, die Wirkung von Opioiden am eigenen Leib zu erfahren. Es ist eine weniger schöne bis gräßliche Sache, nach langer Opioideinwirkung auf das eigene System, letzteres wieder aus der Wattewolkenwelt zu erwecken.

Ich möchte die Angelegenheit hier mit einem Video- oder Computerspiel vergleichen:

Stellen wir uns einen Helden in einem solchen Spiel vor. Irgendwo auf dem Bildschirm befindet sich sein Energiebalken, der bei Verletzung, bzw. Erschöpfung abnimmt. Nun stellen wir uns weiterhin am besten vor, es handele sich um ein Fantasyspiel und der Held hat einen Schutzzauber, den er anwenden kann. Wird der Zauber angewendet, befindet sich der Held unmittelbar in einem Zustand der Euphorie, Stärke, Tapferkeit und Furchtlosigkeit. Für einen begrenzten Zeitraum. In diesem Zeitraum kann er unter Umständen mehr erreichen als gewöhnlich, wenn er seine Fähigkeiten weise auszunutzen weiß. Oder aber er genießt es ganz einfach, dass das Durchschreiten der Spielwelten unter Einfluss des Schutzzaubers so sorgenlos und leichtfüßig vonstatten geht.
Der Schutzzauber hält aber wie gesagt nicht ewig an und er hat noch einen Nachteil: Jedes Mal, wenn man ihn anwendet, saugt er Energie ab vom Energiebalken. Bei der ersten Anwendung nicht alle vorhandene Energie, aber doch einen beträchtlichen Teil. Diese Energie braucht eine gewisse Zeit, um sich wieder aufzuladen. Das wurde von den Machern des Spiels so gewollt, damit kein Held immer nur mit diesen Supereigenschaften die Spielwelt durchquert, sondern auch selbständig seine Fähigkeiten ausbaut. Alles soll im Gleichgewicht bleiben. Es ist ein Zauber, der weise angewendet werden soll und in den richtigen Momenten, am richtigen Ort auch seinen Zweck erfüllen kann.
Benutzt ein Held also oft oder ständig seinen Schutzzauber, dann dauert es nicht lange, und der Energiebalken ist leer. Dann kann man zwar versuchen, den Zauber auszulösen, doch es wird weniger bis keinen Effekt haben, da keine Energie vorhanden ist, die die Grundlage des Zaubers ist. Aus ihr geht er hervor. Nur mit vollständig aufgeladenem Energiebalken entfaltet sich der Schutzzauber in voller Stärke. Die Energie lädt sich so langsam auf, dass bei einer Anwendung des Zaubers im niederen Energiebereich sofort wieder alle Energie verschwunden ist und auch lange nicht alle Effekte des Schutzes sich voll entfalten können.
Ungeduldige Heros oder diejenigen, die am liebsten nur noch mit den tollen neuen Eigenschaften herumlaufen würden, was ja durchaus verständlich ist, werden also zwangsläufig zu Energielosen Nichtskönnern. Sie müssen nach häufiger Anwendung des Zaubers sehr viel länger warten, bis sich der Energiebalken wieder aufgeladen hat, als diejenigen, die den Zauber nur ab und zu, wohl überlegt anwenden oder diejenigen, die ihn gar nicht anwenden. Sie sind in dieser Zeit nicht im Besitz ihrer gewöhnlichen Fähigkeiten und völlig geschwächt. Während der Energiebalken sich Stück für Stück wieder auflädt, kommen sie in der Spielwelt aufgrund ihrer eingeschränkten Möglichkeiten kaum oder gar nicht mehr voran.
Natürlich kann der Energiebalken auf viele erdenkliche Arten abnehmen, doch hier beschränke ich mich auf den Schutzzauber ;)

Soderle...jetzt wollte ich die Übertragung auf die Computerspielewelt eigentlich nur kurz halten, aber ich merke, mit ihr ist schon alles gesagt. Geschrieben.

Wie kann man es (zum Beispiel) mit dem Schutzzauber und anderen Energiespielchen halten, die einem temporär Vorteile verschaffen?

So oft wie möglich - so selten wie nötig?!

Oder man macht sich gänzlich unabhängig und verzichtet dafür auf das kurzzeitige Wohl
und bleibt im Energiegleichgewicht.

Sonntag, 6. Mai 2012

Die unerträgliche Normalität

Ey, haste das auch? In Momenten, wo alles so unerträglich normal ist - man sitzt grad mit seinen Eltern im Restaurant beim Essen, mit der Freundin auf ner Parkbank und knutscht, unterhält sich mit der Beamtin im Bürgeramt - da überkommt mich das eine oder andere Mal die Vision, wie ich plötzlich aufspring und mit den Suppentellern um mich werf, wie ich einfach ne Pistole zieh und mich grinsend wegknall, oder einfach aufsteh und laut schrei: STOP! ES REICHT!! Die verdammte Illusion Maya soll endlich erstarren, der Vorhang soll sich lüften und es soll erscheinen die Wahrheit und nichts als die Wahrheit und keine dummen Spielchen mehr. Schluss mit dem Sein, wie lange betreib ich das eigentlich schon? Mir kommt es vor wie Jahrmillionen... ich bin einfach müde.